Wahnsinn! Adler gibt nach!

Nach über 20 Jahren lenkt der Unternehmer Adler endlich ein. Und als Akt der Wiedergutmachung will er seinen berühmten Leerstand in der Lindnergasse 1 der Bevölkerung schenken! Recht auf Stadt sagt: Respekt!

Links Adlers altes Angebot, rechts “Comandante” Adlers neues Geschenkversprechen

Oben Adlers altes Angebot, unten “Comandante” Adlers neues Geschenkversprechen

Akt der Wiedergutmachung

Recht auf Stadt konnte zuerst die Nachricht kaum glauben. Ein anonymer Informant gab der Initiative den Tipp, dass neue Plakate am berühmt-berüchtigten „Adlerhaus“ prangen würden. Bislang flatterte dort ein Aushang, dessen Inhalt viele am Geisteszustand des betreffenden Unternehmers zweifeln ließen. Zu einem vollkommen überzogenen Preis – „nur“ 5400 Euro VB – wurde die Hausruine zur Miete angeboten. Doch nun scheint das Enfant Terrible endlich zur Vernunft gekommen zu sein. Er will die Immobilie der Bevölkerung schenken!

 

Statt:

„Vermietung wegen Verbot der Stadtrundfahrten mit historischen Adler-Zug“

heißt es nun:

„Verschenkung zur Wiedergutmachung wegen historischer Vergammelung von Adler-Haus“

Wie kommt es zu diesem unglaublichen und wunderbaren Sinneswandel? Gewisse Rückschlüsse lassen weitere Zeilen der neuen Bekanntmachung auf einem zweiten Aushang zu. Lautete der alte Text dort noch:

„Verboten ist laut Stadt seit 06.07.94 in diesem Gewerbemischgebiet jede Art von touristischer Nutzung!“

formuliert der Unternehmer nun links-alternativ:

„Erlaubt ist ausdrücklich jede Nutzung, die profitgeile Spekulanten und korrupte Stadtpolitiker ärgert!“

Der Unternehmer Adler scheint also inzwischen ins antikapitalistische Lager übergewechselt zu sein. Und zur Bekräftigung dieser seiner neuen Weltanschauung nennt er sich nicht mehr „Direktor Adler“, sondern mutig und kämpferisch „Comandante Adler“. Dies lässt vermuten, dass von „Comandante Adler“ noch Großes zu erwarten ist. Denn auch die ab dem 1. Stock leerstehende Grasgasse 6 harrt einer sinnvollen Nutzung.

Umfrage-Aktion von Recht auf Stadt

Fragebogen der Initiative Recht auf Stadt

Mit was kann das „Adlerhaus“ zukünftig wieder belebt werden? Hier fügt es sich gut, dass die Initiative Recht auf Stadt schon vor Monaten die Wünsche der Nachbarschaft per Fragebogen erfasste. Unter dem Motto „Nachbarschaft gestalten, wie Sie es wollen!“ konnten die Anwohner*innen entscheiden, ob sie lieber eine soziale Nutzung wollen, Kunst, Gastronomie, Wohnen oder anderes. Der Rücklauf war leider sehr gering, vermutlich weil niemand mit einem derartigen Wunder gerechnet hatte.

Am häufigsten wurden Wohnen und Kunst genannt, eine proftigeile Nutzung à la Eigentumswohnungen, Bank oder McDonalds lehnte alle entschieden ab.

Recht auf Stadt wird nun einen zweiten Anlauf wagen, und die Nachbarschaft nochmal dringend dazu auffordern, endlich ihr Recht auf ihre Stadt wahrzunehmen. Eine derartige Chance bietet sich so schnell nicht wieder!

6 Comments

  1. Emil

    Reuebeweis abgelehnt! Jahrelang hat der Herr Adler die Not von Menschen ausgenutzt und ihnen Zimmer mit Schimmel dafür aber ohne Strom und Heizung für horrende Preise vermietet.
    Ab ca. 2:30 kann sich jede*r selbst ein Bild von der Familie Adler machen https://www.youtube.com/watch?v=2v1sHTPwWKM
    Ziemlich peinlich von RaS so einen Menschen zu hypen!

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    1. RaS (Post author)

      Wir finden, Sie sollten “Comandante Adler” eine Chance geben. Bitte rufen Sie ihn an und danken Sie ihm für sein wunderbares und aufgrund seiner Schandtaten – da geben wir Ihnen vollkommen Recht! – längst überfälliges Geschenk. Wir sind sicher, er wird sich sehr über Ihren Anruf freuen!!!

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  2. Lisa Reymann

    Bezahlbarer Wohnraum ist das, was Regensburg dringend braucht.
    Das Haus sollte dafür genutzt werden.

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  3. HST

    Ein Satz mit “x”, war wohl nix.

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  4. Bernhard

    Zu Verschenken ist wirklich sehr schwammig formuliert. Vermutlich freuen sich eine Menge Menschen darüber, fangen an, das Gebäude nach den Auflagen der Stadt zu sanieren und dann heißt es plötzlich:
    Schenkung wird zurückgenommen.

    Solange das nicht notariell beglaubigt ist mit der Schenkungen, glaube ich an garnichts.

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  5. Amaro Ameise

    Ist das jetzt Satire a la Postillon?

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