Die Wut ist groß!

Pressemitteilung 14.07.2017
Recht auf Stadt sammelte innerhalb von zwei Monaten über 1000 Unterschriften für ihre Petition „Bezahlbare Wohnungen statt neuer Hotels und Airbnb!“. Kommenden Donnerstag werden die Unterschriften im Rahmen einer Kundgebung eingereicht.

Auf zwei großen Pinnwänden informierte Recht auf Stadt über Leerstand, Airbnb, geplante Hotelbauten und die Zweckentfremdungssatzung

Mitte Mai wurde die Petition für bezahlbaren Wohnraum gestartet. Die Initiative ist zufrieden mit dem Rücklauf. Das Klassenziel 1000 Unterschriften wurde locker erreicht.
Zwar konnte auch online gezeichnet werden, doch die meisten Unterschriften wurden während dreier Kundgebungen am Europabrunnen und beim Bürgerfest gesammelt.

O-Töne: Studierende

Die sich dabei ergebenden Gespräche waren hochinteressant. Fast jede_r war direkt oder indirekt betroffen. Viele Bürger_innen machten aus ihrer Wut keinen Hehl. Besonders Studierende fühlten sich schamlos ausgebeutet. Sie hätten mit Quadratmeterpreisen bis zu 20 Euro zu kämpfen. Das bedeute, dass neben dem immer stressiger werdenden Studium mehrmals die Woche gearbeitet werden müsse. Denn auch der Geldbeutel der Eltern sei begrenzt. Ein ehemaliger Student deutete resigniert auf das noch stehende Studentenhochhaus am Ernst-Reuther-Platz. Dort habe er gewohnt. Es sei damals eine der wenigen erschwinglichen Studentenwohnungen gewesen, noch dazu mit super Aussicht. Jetzt werde das abgerissen. Er könne das nicht verstehen.

Einheimische und Hoteliers

Ein einheimisches Pärchen fühlt sich durch den Mangel an bezahlbaren Wohnungen geradezu eingesperrt. Über zwei Jahre haben sie versucht, aus der Altstadt an den Stadtrand zu ziehen, denn die Innenstadt werde durch den ganzen Rummel immer unbewohnbarer. Doch sie hätten für die Hälfte der jetzigen Quadratmeter das Doppelte an Miete zahlen müssen. Das konnten sie sich nicht leisten. Inzwischen haben sie ihre Suche aufgegeben.
Auch Hoteliers sahen sich besonders durch eine der Forderungen der Petition, per Zweckentfremdungssatzung den unkontrollierten Anstieg von Ferienwohnungen zu stoppen, angesprochen. Eine Geschäftsführerin berichtete von ihrer Beobachtung, dass in den Häusern gegenüber immer öfter Touristen mit ihren Rollköfferchen absteigen würden. Normale Mieter sehe sie kaum noch. Besonders ärgere sie dabei, dass Hotelbesitzer mit ständig wachsenden Auflagen zu kämpfen hätten, während Ferienwohnugsvermieter davon gänzlich verschont blieben. Die Stadt behaupte zwar, Airbnb sei kein Problem, aber die Verwaltung habe keine Ahnung.

Vermieter_innen

Auch mehrere Vermieter_innen beteiligten sich mit einer Unterschrift. Einer sagte, er haben schon 20 Jahre die Miete nicht erhöht. Er begreife nicht, warum die Mieten in Regensburg so absurd steigen würden. Manche Vermieter hätten anscheinend nur noch Eurozeichen in den Augen.
Auch Vermieter_innen mit Eurozeichen begegneten den Unterschriftensammler_innen. Sie lehnten selbstredend die Unterzeichnung ab. Einer meinte offen, er finde die momentane Situation „sehr gut“.

Kundgebung
Kommenden Donnerstag, 20. Juli, 17:00 Uhr wird die Petition im Rahmen einer Kundgebung abgegeben. Dazu ist auch eine Theaterperfomance geplant.

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