Filmreihe zum Thema Gentrifizierung

Filmgalerie Leerer Beutel jeweils 19.30 Uhr
RAS_FilmreiheIn drei Dokumentationsfilmen wird das Thema aus verschiedenen Blickrichtungen dargestellt und kritisch beleuchtet. Zugleich werden Widerstandsformen und Mieterinnenkämpfe gegen Verdrängung gezeigt. Im Anschluss an die Filme stellt sich die neu gegründete Initiative „Recht auf Stadt“ vor und es findet jeweils ein Publikumsgespräch mit dem_der jeweiligen Regisseur_in des Films statt.


Mi 10.6.2015 19:30 Uhr

Mietrebellen – Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt

EIN DOKUMENTARFILM VON GERTRUD SCHULTE WESTENBERG UND MATTHIAS COERS • D2014 • 78 MIN •

Berlin: In den letzen Jahren hat sich die Hauptstadt rasant verändert. Wohnungen, die lange als unattraktiv galten, werden von Anlegern als sichere Geldanlagen genutzt. Massenhafte Umwandlungen in Eigentumswohnungen und Mietsteigerungen in bisher unbekanntem Ausmaß werden alltäglich. Die sichtbaren Mieter_innenproteste in der schillernden Metropole Berlin sind eine Reaktion auf die zunehmend mangelhafte Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum. Der Film ist ein Kaleidoskop der Mieter_innenkämpfe in Berlin gegen die Verdrängung aus den nachbarschaftlichen Lebenszusammenhängen. Eine Besetzung des Berliner Rathauses, das Camp am Kottbusser Tor, der organisierte Widerstand gegen Zwangsräumungen und der Kampf von Rentner_innen um ihre altersgerechten Wohnungen und eine Freizeitstätte symbolisieren den neuen Aufbruch der urbanen Protestbewegung.


Di 16.6.2015 19:30 Uhr

Verdrängung hat viele Gesichter – Mittelstand trifft Widerstand

EIN FILM DES FILMKOLLEKTIVS „SCHWARZER HAHN“ • D2014 • 94 MIN.

Berlin. Ein kleiner Kiez zwischen Ost und West. Verwilderte Brachen am ehemaligen Mauerstreifen. Motorsägen und Baukräne. Neubauten und steigende Mieten. Alteingesessene, zugezogene Mittelschicht, Armut und Architekt_innen. Und Gegenwehr. Ein exemplarischer Einblick in die Mechanismen der Eigentumsbildung und ihre Widersprüche. Menschen, die am Essen sparen, um die Miete bezahlen zu können. Eine neue Mittelschicht, getrieben von Alltagsängsten, auf dem Weg in das neue urbane Eigenheim. Eine Mittelschicht am Beispiel sogenannter „Baugruppen“. Auf engstem Raum wird hierein Kampf ausgetragen. Von Gesicht zu Gesicht. Ängste artikulieren sich. Auf allen Seiten. Wut verschafft sich Ausdruck. Ein Kampf um Millimeter. Um den Kiez. Um Würde. Und um das eigene Leben. Gentrifizierung bekommt im Film bis in seine feinste Verästelung ein Gesicht.


Mi 24.6.2015 1930 Uhr

buy buy st. pauli – über die Kämpfe um die Esso-Häuser

DOKUMENTARFILM VON IRENE BUDE, OLAF SCOBCZAK UND STEFFEN JÖRG • D2014 • 90 MIN.

„Was weg ist ist Weg! Das kommt nicht wieder!“ sagt Andreas energisch. Er wohnt seit 1988 in den Esso-Häusern auf St. Pauli. Diese stehen exemplarisch für einen überall – und nicht nur auf St. Pauli – stattfindenden Verdrängungsprozess. In ihrer Langzeitdokumentation „buy buy st. pauli“ begleiten die Filmemacher_innen den Kampf der Bewohner_innen der Esso-Häuser und ihrer Unterstützerinnen gegen den Abriss. Sie haben zahlreiche Demonstrationen gefilmt, waren bei subversiven Aktionen und Brushmobs dabei, haben Stadtteilversammlungen dokumentiert und Einblicke in liebevoll eingerichtete Wohnungen eingefangen – bis zum Packen der Umzugskartons. Dabei will der Film wichtige Fragen stellen: War der Abriss wirklich unvermeidbar? Soll Kaputtbesitzen mit maßgeschneiderten Bebauungsplänen belohnt werden? Zu Wort kommen nicht nur Aktivist_innen der Initiative Esso-Häuser sowie Bewohner_innen, Nachbar_innen und Gewerbetreibende, sondern auch die Politik, Investoren und eine Stararchitektin.

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