Ernst-Reuter-Platz „Europabrunnen“, 93047 Regensburg

Ein Leerstand ganz besonderer Art ist der sogenannte Europabrunnen am Eingang zur Maximilianstraße. 2002 begannen die Bauarbeiten, die jedoch 2003 wieder eingestellt wurden, nachdem bereits ca. 1 Million Euro verplempert worden waren (714 000 Euro für die Planung, 300 000 Euro für Baumaßnahmen). Seitdem gab es diverse Vorschläge, das Areal zu nutzen. Der Künstler Jakob Friedl veranstaltete auf der Abdeckung sowie im sechs mal acht Meter großen und drei Meter tiefen Brunnenbecken Kunstaktionen. Die Stadtverwaltung untersagte dies nach anfänglicher Genehmigung. Nun soll eine Art „Römerrastplatz“ an dem Ort entstehen. Eine große Stahlplatte soll den eingefräßten Verlauf der Donau nebst ehemaligen Römerlagern zeigen. Original „Römerquader“ sollen Touristen als Sitzmöglichkeit dienen. Zwölf von unten beleuchtete Fontänen sollen den Platz als Brunnen kennzeichnen. Die Umsetzung dieser von vielen Seiten kritisierten Idee wird mit weiteren 330 000 Euro Kosten für die Stadt veranschlagt. Ein soziales Kunstprojekt, wie von Jakob Friedl vorgeschlagen, würde die Stadt dagegen so gut wie nichts kosten.

Pressespiegel:
29.01.2016 „Römerrastplatz: Fachleute verärgert“ (Mittelbayerische Zeitung)
20.01.2016 „Wasserspiele für eine halbe Million Euro“ (Mittelbayerische Zeitung)
26.01.2015 „Löcher stopfen mit dem Bürgermeister“ (Regensburg Digital)
18.08.2013 „Brunnendeckel erlebt den letzten Sommer“ (Mittelbayerische Zeitung)

4 Replies to “Ernst-Reuter-Platz „Europabrunnen“, 93047 Regensburg”

  1. 2009 und 2010 stellte das Europabrunnenprojekt Möglichkeiten des Ortes vor: http://europabrunnendeckel.de/download/almanach1kl.pdf
    Zwischen Juli 2009 und Ende Oktober 2010 gab es einen Zwischennutzungsvetrag des Fvfu-uüiUF.e.V. mit dem Tiefbauamt. Der Ort wurde täglich betreu und erforscht, z.B. in Form von tausenden Sprachaufnahmen der Maulwurfstomperscheibe. Der Deckel war ein Skatespot. Das Brunnenbecken Kunstwerkstatt, Bandraum, Soundlabor, Bücher- und Limonadenlager. Als temporäre Aufbauten gab es Z:b: eine Popomalkabine, einen Wasserturm mit Dusche, künstliche Blumenkübel, Skatebank und Rail, sowie weit sichbare Dia-Projektionen aus Kniehöhe ans Hochhaus ( rgbs erstes Schattentheater)…

    Seit 2010 liegt der Brunnendeckel ungenutzt brach.

    2013 beauftragte Hans Schaidinger das Tiefbauamt eine Machbarkeitsstudie für eine Bodensprenkleranlage in Auftrag zu geben. Das „unnütze“ Brunnebecken sollte zubetoniert werden.Diese Pläne wurden 2014 von OB Wolbergs übernommen. Der Kunstverein hatte sich 2013 angesichts Schaidingers Bodensprenklerpläne mit einem konkreten Gegenvorschlag für ein längerfristig angelegtes soziales Kunstprojekt an Bgm Wolbergs gewandt (siehe 2.Teil: http://europabrunnendeckel.de/download/hirn/petitionstext_2013_Europabrunnendeckelprojekt.pdf)

    Die Brunnenanlage wurde 2015 während der Bürgerbeteiligung aus dem Planungsumgriff herausgenommen und war so auch bei der Bürgerbeteiligung 2017 weitestmöglich ausgeklammert, obwohl er im Planungsgebiet liegt.
    Der Fvfu-uüiUF.e.V.-Kunstverein unterbreitete im Vorfeld der ersten Bürgerbeteiligung 2015 den Vorschlag hier einen öffentlichen Werkzeugkasten für alle an der Stadtgestaltung Interessierten zu etablieren: http://europabrunnendeckel.de/download/hirn/Presseerklaerung_FUF_2.3.15_ZOB_Ausgleichsflaeche.pdf

    Anfang 2016 wurde vom Stadtrat der Vorschlag der Verwaltung (Kulturreferat) den Brunnen mit einem Touristenrastplatz mit eingezeichneter Römergrenze und Legionslagern zu überplanen abgenickt. (http://europabrunnendeckel.de/?p=4697). Der unterirdischen Raum, mit dem das darüberliegende Podest erst zur Bühne werden kann soll zubetoniet werden, obwohl eine Bodensprenkleranlage auf dem umliegenden Platz noch besser und kostengünstiger funktionieren könnte.Selbiges gilt für beabsichtigte Baumpflanzungen: Schön, mehr Grün, aber warum genau in ein soziales Projekt und nicht 5m weiter? – Damit endlich a Rua is?

  2. zum MZ Artikel vom 19.1.2016:“Fachleute verärgert:
    In der Online VBersion hat man mich wieder rausgenommen!
    Krasse Desinformation ist nichts neues wenns um den Europabrunnen geht.

    „Der Vorschlag, auf der sechs mal neun Meter großen Brunnenstube eine Bodensprenkleranlage zu installieren, verschwand ebenso wieder in der Schublade wie die Idee von Bürgermeister Jürgen Huber, zwei Bäume zu pflanzen.“

    Das Stimmt leider zu 100% nicht, genau das hat der Stadtrat ja im Januar 2016 beschlossen!!!! ! Es wird eine Bodensprenkleranlage auf dem Brunnenbecken gebaut, vorraussichtlich 2018, laut Aussage von Herrn Bächer dem Tiefbauamtsleiter schon im Herbst 2017, das allerdings ist unwarscheinlich! Der Römerrastplatz ist nur das Drumherum um den Brunnen mit dem Bodensprenkler zuzubetonieren.

    Die Planungen für den Bodensprenkler haben durchaus etwas gekostet!
    vergl. Römerrastplatz_Bodensprenkler Vorlagen aus dem Stadtrat: http://europabrunnendeckel.de/?p=4697

    Die Bodensprenkleranlage ist 2013 von OB Schaidinger in Auftrag gegeben worden. Die Vorplanungen für die Betonplatte (statt Deckel) und die Sprenkleranlage haben bis 2015 schon ca. 150 000€ gekostet!

  3. Kosten Bodensprenkler nach derzeitigem Stand
    belaufen sich die Gesamtkosten der Maßnahme inklusive
    Nebenkosten und Mehrwertsteuer auf rund 530.000,00 Euro

    (Auszug aus der StSitzungsvorlage Planungsausschuss Januar 2016: http://europabrunnendeckel.de/download/eurobr_19_1_2016_planungsausschuss/Anlage2_ErnstReuterPlatz_Europabrunnen.pdf )

    Im Artikel steht: “ Die Umsetzung dieser von vielen Seiten kritisierten Idee wird mit weiteren 330 000 Euro veranschlagt.“ Das muß die Stadt jetzt boch zahlen. Das Projekt wird mit 200 000€ aus dem Intereg Programm gefördert: der Oberösterreichische, Nierdbayerische und Oberpfälzer Tourismusverband haben sich zusammengeschlossen.

    Ganz nebenbei: Der Europagedanke ist hier gestorben; mit Römergrenze und Legionslagern wird identitär.

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