Fall Candis: Recht auf Stadt geht in Berufung

Initiative spricht von einem Skandalurteil.

Titelbild des Imageflyers des „Seniorenwohnzentrums Candis“

In der Sache BayernStift GmbH gegen das Mitglied der Bürgerinitiative Recht auf Stadt Kurt Raster vor dem Landgericht Regensburg wurde der Pflegekette in allen Punkten Recht gegeben: Der Beklagte dürfe im Zusammenhang mit dem Seniorenwohnheim „Candis″ nicht mehr behaupten, eine Pflegekraft müsse nachts bis zu 50 Senior_innen betreuen, Betreuungskräfte würden als Pflegekräfte missbraucht, unruhige Bewohner_innen bekämen Psychopharmaka, damit sie Ruhe geben, die Dokumentation werde gefälscht, Senior_innen erhielten zu wenig zu Trinken und müssten wegen Austrocknung ins Krankenhaus, aus Kostengründen gäbe es maximal zwei Inkontinenzeinlagen pro Tag, wegen Personalmangels säßen alle Menschen tagein und tagaus beschäftigungslos herum und vereinsamten völlig. Außerdem dürfen zwei Bilder von verschimmelten Zahnprothesen nicht mehr gezeigt werden, die laut Pflegekräften im Candis aufgenommen wurden. weiterlesen Fall Candis: Recht auf Stadt geht in Berufung

Über 50 Leerstände erfasst

Leerstandsmelder der Initiative Recht auf Stadt läuft seit einem halben Jahr

Der berühmteste Leerstand in Regensburg: das Adlerhaus in der Lindnergasse 1

Eigentlich ist es kaum zu glauben: In der von Wohnungsnot gebeutelten Stadt Regensburg gibt es leer stehende Häuser – und das nicht zu knapp! Die Initiative Recht auf Stadt erfasste auf dem Regensburger Stadtgebiet inzwischen über 50 Wohngebäude und Gewerbeimmobilien. Jeder Leerstand ist auf der Homepage der Initiative mit einem Bild, einem kurzen Text und – falls vorhanden – Links zu Hintergrundinformationen aufgeführt. weiterlesen Über 50 Leerstände erfasst

Petition: Mehr Wohnungen – Weniger Hotels und Airbnb!

Initiative Recht auf Stadt startet Petition gegen Wohnraumvernichtung.

Über 1000 zusätzliche Hotelzimmer sollen laut einer Studie der Stadt Regensburg in den nächsten Jahren entstehen. Zusätzliche Sozialwohnungen dagegen gibt es so gut wie keine, im Gegenteil. Den neu geförderten Wohnungen stehen durchschnittlich wesentlich mehr Sozialwohnungen gegenüber, die jährlich aus der Sozialbindung fallen. So gab es 1990 noch knapp 10 000 Sozialwohnungen, heute nur noch ca. 5 500, trotz gestiegenem Bedarf. weiterlesen Petition: Mehr Wohnungen – Weniger Hotels und Airbnb!

Leerstandsmelder für Regensburg

Sonderartikel

Wohnungen leer stehen zu lassen, obwohl andere verzweifelt Obdach suchen, ist kein Kavaliersdelikt. Im Grundgesetz Art. 14 heißt es: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Doch Eigentümer_innen und Politik scheren sich oft wenig ums Allgemeinwohl. Darum wollen wir mit der öffentlichen Anprangerung von Leerstand diesbezüglich nachhelfen. Bitte helft uns dabei! Meldet uns leer stehende Wohnungen oder Häuser in eurer Nachbarschaft! Wir werden uns umgehend darum kümmern und hier veröffentlichen. Kontakt: 0941 / 700 299, recht-auf-stadt@uetheater.de Hinweis: Die Wohnungen oder Häuser sollten mindestens seit 6 Monaten unbewohnt sein.

Leerstände alphabetisch (Stand: 54 Leerstände)
Adolf-Schmetzer-Straße 15, 93055 Regensburg
Alte Nürnberger Str. 6a, 93059 Regensburg
Alte Nürnberger Str. 33 „Möbelhaus Wangler“, 93059 Regensburg
Alte Waldmünchener Str. 26, 93059 Regensburg
Am Judenstein 6, 93047 Regensburg
Am Protzenweiher 3, 93059 Regensburg
An der Hülling 6, 93047 Regensburg   –   weiterlesen Leerstandsmelder für Regensburg

Wollen Sie das? Flugblattaktion gegen Hotelbau

Initiative Recht auf Stadt ruft Nachbarschaft auf, sich gegen überdimensionierten Hotelbau zu wehren

In der Landshuter Str. 107 steht seit gut zwei Jahrzehnten einer der berühmtesten Leerstände Regensburgs, die Gaststätte Pürkelgut. Doch so leer war es dort gar nicht. Obdachlose nutzten das Gebäude als Übernachtungsmöglichkeit, was vom Eigentümer jahrelang geduldet wurde. Als aber die Obdachsuchenden begannen, für etwas Ordnung zu sorgen und Müll einzusammeln, schaltete der Eigentümer RMI Immobilien aus Pfarrkirchen auf stur. Gegen die Müllsammler_innen wurde Anzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt. Und um Tatsachen zu schaffen, soll das Gebäude demnächst abgerissen werden. weiterlesen Wollen Sie das? Flugblattaktion gegen Hotelbau

Obertraublinger Str. 25, 93055 Regensburg

Der Burgweintinger Reptilienzoo wurde am 30. März 2015 geschlossen. Nur gelegentlich schaut der verbliebene Eigentümer, der Biologe und Hobbyfilmer Markus Schmiedbauer, vorbei.
Pressespiegel:
12.01.2015 „Mit dem Chef stirbt sein Reptilienzoo“ (Mittelbayerische Zeitung)
11.12.2014 „Der Reptilienzoo steht auf der Kippe“ (Mittelbayerische Zeitung)

„Die Menschen verzweifeln“ – Interview mit einem Altenpfleger

Nach dem privaten Pflegeheimbetreiber Bayernstift werden nun auch bei der Compassio GmbH & Co. KG unhaltbare Zustände bekannt.

Pflegekräfte, die schon nach wenigen Monaten an Burnout leiden, alte Menschen, die in den eigenen Exkrementen liegen bleiben müssen, weil an Einlagen gespart wird, Angehörige, die mit massiven Drohungen eingeschüchtert werden – so geht es zu laut eines ehemaligen Mitarbeiters im Haus Maria in Sinzing des privaten Betreibers Compassio. Er stellte sich der Initiative Recht auf Stadt – Regensburg zu einem ausführlichen Interview zur Verfügung, weil es so nicht weitergehen könne: „Die Menschen verzweifeln.″ weiterlesen „Die Menschen verzweifeln“ – Interview mit einem Altenpfleger

Donaustaufer Str. 212 b, 93055 Regensburg

Hierbei handelt es sich um verschiedene, alte Bahnhofsgebäude, die sich in einem sehr heruntergekommenen Zustand befinden. Der Leerstand dürfte mindestens 5 Jahre betragen. Vermutlich handelt es sich aufgrund der Höhe beim linken Gebäude um eine ehemalige LKW-Halle. Das längliche Haus ist zugemüllt, teilweise ist das Dach eingestürtzt und an einem Fenster sieht man Brandschäden.

DAS IST UNSER HAUS! – Ein InfoFilm über das Mietshäuser Syndikat

Das Mietshäuser Syndikat ist ein offener, basisdemokratischer Zusammenschluss von Mieter*innen. Durch ein kluges, solidarisches Konstrukt versetzt der Verbund ganz normale Mieter*innengemeinschaften in die Lage, Häuser zu erwerben oder sogar neu zu bauen. Ziel ist die Bildung von Eigentum, mit dem kein Profit mehr gemacht werden kann.

Der Infofilm der Autoren Burkhard Grießenauer, Daniel Kunle und Holger Lauinger stellt das Wirken und Funktionieren des solidarischen Syndikatsverbunds dar. Nach dem Film beantworten Bewohner*innen des Regensburger Mietshäuserprojekts „Danz″ offene Fragen.

Wir hoffen auf ein zahlreiches Erscheinen, damit sich möglichst viele Gleichgesinnte für neue Wohnprojekte finden. Von der Initiative Recht auf Stadt wurden inzwischen eine große Zahl von Leerständen erfasst. Wohnprojekte auf der Grundlage des Mietshäuser Syndikats könnten eine Möglichkeit sein, diese toten Winkel wieder mit Leben zu erfüllen.

Grunewaldstraße 9, 93053 Regensburg

Das geräumige Haus, sehr versteckt gelegen an der Autobahnauffahrt Burgweinting, steht seit mindestens einem Jahr leer, vermutlich wesentlich länger. Der Zugangsbereich ist verwittert, keine Klingelschilder, keine Mülltonne. Es verfügt über einen sehr schönen Garten mit Fallobstwiese, die offensichtlich ab und zu gemäht wird.

Grasgasse 6, 93047 Regensburg

Das Haus erlangte traurige Berühmtheit, weil die in Regensburg berüchtigte Unternehmerfamilie Adler dort Saisonarbeiter aus Bulgarien und Rumänien unter menschenunwürdigsten Bedingungen einquartiert hatte. Als Stromquelle mussten sie Autobatterien benutzen, eine Heizung gab es erst, nachdem sich die Stadt mit Zwangsmaßnahmen eingeschaltet hatte. Für wenige Quadratmeter wurden von der Unternehmerfamilie bis zu 400 Euro verlangt. Seit der Räumung im Frühjahr stehen die oberen Stockwerke leer. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich an diesem Zustand in den nächsten Jahren etwas ändern wird, da Adler auch in der Lindergasse 1 ein Haus seit Jahrzehnten leerstehen lässt.

Pressespiegel:
22.04.2017 – Mittelbayerische „Die Stadt machte das „Hotel Adler“ dicht“
25.01.2017 – Mittelbayerische „“Hotel Adler“: Wohnen auf eigenes Risiko“
12.03.2015 – Wochenblatt „Horror-Haus: Adler wirft Bulgaren und Rumänen einfach raus!“

Ernst-Reuter-Platz „Europabrunnen“, 93047 Regensburg

Ein Leerstand ganz besonderer Art ist der sogenannte Europabrunnen am Eingang zur Maximilianstraße. 2002 begannen die Bauarbeiten, die jedoch 2003 wieder eingestellt wurden, nachdem bereits ca. 1 Million Euro verplempert worden waren (714 000 Euro für die Planung, 300 000 Euro für Baumaßnahmen). Seitdem gab es diverse Vorschläge, das Areal zu nutzen. Der Künstler Jakob Friedl veranstaltete auf der Abdeckung sowie im sechs mal acht Meter großen und drei Meter tiefen Brunnenbecken Kunstaktionen. Die Stadtverwaltung untersagte dies nach anfänglicher Genehmigung. Nun soll eine Art „Römerrastplatz“ an dem Ort entstehen. Eine große Stahlplatte soll den eingefräßten Verlauf der Donau nebst ehemaligen Römerlagern zeigen. Original „Römerquader“ sollen Touristen als Sitzmöglichkeit dienen. Zwölf von unten beleuchtete Fontänen sollen den Platz als Brunnen kennzeichnen. Die Umsetzung dieser von vielen Seiten kritisierten Idee wird mit weiteren 330 000 Euro Kosten für die Stadt veranschlagt. Ein soziales Kunstprojekt, wie von Jakob Friedl vorgeschlagen, würde die Stadt dagegen so gut wie nichts kosten.

Pressespiegel:
29.01.2016 „Römerrastplatz: Fachleute verärgert“ (Mittelbayerische Zeitung)
20.01.2016 „Wasserspiele für eine halbe Million Euro“ (Mittelbayerische Zeitung)
26.01.2015 „Löcher stopfen mit dem Bürgermeister“ (Regensburg Digital)
18.08.2013 „Brunnendeckel erlebt den letzten Sommer“ (Mittelbayerische Zeitung)

Schillerstraße 31, 93049 Regensburg

Die wunderschöne, prächtige Villa am Stadtpark zählt zu den Regensburger Baudenkmäldern. Auf Wikipedia heißt es darüber: „Zweigeschossiger Mansardwalmdachbau mit vorgewölbtem Zwerchhausrisalit und Treppenaufgang, Jugendstil, 1912 von Christian Metzger“. Das Gebäude steht seit ca. 3 Jahren leer. Laut Hinweisgeber eine Erbengemeinschaft, die sich nicht einigen kann.

Simadergasse 2a „Gloria-Kino“, 93047 Regensburg

Das Gloria hat eine lange Odyssee hinter sich. In den 50er-Jahren gebaut, war es jahrzehntelang ein Kino. Nach der Sanierung 2000 wechselten sich mehrere Betreiber ab – es entstand ein Veranstaltungshaus mit Konzerten und Discos. Als die Betreiber insolvent gingen, wurde es 2013 ein Sport-Kino. 2015 kaufte der Orphée-Wirt Neli Färber von der Namenlos GmbH das Gebäude und plante zusammen mit dem Kinobetreiber Achim Hofbauer einen Kulturpalast mit 3D-Kino und einer Bühne. Der Umbau war schon im Gange, als plötzlich der Baustopp verkündet werden musste. Fest eingeplante Fördergelder wurden nicht bewilligt, obwohl eine Standortanalyse die Wirtschaftlichkeit des Projekts bestätigte. 2016 kaufte Franz Wunderlich von der Händlmaier GmbH das denkmalgeschützte Gebäude, zusammen mit dem angrenzenden Wohnhaus. Abgesehen von einer Zwischennutzung durch einen Promifotografen als Studio und Galerie steht das Kino sowie das zugehörige Wohnhaus seitdem leer.

Pressespiegel:
25.02.2017 – „Zukunft fürs Gloria-Kino?“ (Mittelbayerische kult)
11.10.2016 – Mittelbayerische „Es kehrt wieder Leben ins Gloria ein“ (Mittelbayerische Zeitung)
01.03.2016 – „Regensburger Senfhersteller kauft Gloria“ (Mittelbayerische Zeitung)
24.02.2015 – „Grünes Licht für Gloria-Kino“ (Mittelbayerische kult)
18.01.2013 – „Sport-Kino ersetzt Gloria“ (Mittelbayerische kult)
18.01.2013 – „Das Gloria schliesst“ (Mittelbayerische kult)

Obdachlose – plötzlich obdachlos!

Jahrelang geduldete Notunterkunft „Gaststätte Pürkelgut″ wurde polizeilich geräumt.

Steht seit über 20 Jahren leer: ehemalige Gaststätte Pürkelgut

Seit Jahrzehnten steht das ehemalige Gasthaus Pürkelgut, Landshuter Str. 107, leer. Doch so leer, wie es von außen erscheint, war das Haus nie. Jahrelang wohnten dort Menschen, mal kürzer, mal länger, die keine andere Möglichkeit hatten. weiterlesen Obdachlose – plötzlich obdachlos!

Recht auf Stadt richtet Leerstandsmelder ein

Über 20 leerstehende Gebäude sind bereits erfasst.

Möbelhaus Wangler, Alte Nürnberger Str. 33, 93059 Regensburg

Regensburg ist eine Stadt, die aus allen Nähten platzt. Trotzdem stehen im Stadtgebiet Wohnhäuser und Gewerbeimmobilien leer, teilweise schon 10 Jahre und länger. Diese Gebäude könnten Menschen Unterkunft oder eine Arbeitsmöglichkeit bieten, stattdessen schimmeln sie vor sich hin. weiterlesen Recht auf Stadt richtet Leerstandsmelder ein

„Es ist noch schlimmer″ – Pflegekräfte fordern Schließung des Seniorenheims Candis

Als Reaktion auf unseren Artikel Gefährliche Pflege im Seniorenheim Candis: Eine für 47! erreichte uns folgendes Schreiben:

„Zur momentanen Situation kann ich sagen, dass es noch schlimmer ist. Meiner Meinung nach gehört das Haus geschlossen. Mit Pflege hat das nichts mehr zu tun. Im Laufe der letzten Monate haben wieder viele Mitarbeiter das Haus verlassen.″

Wir baten die Pflegekraft zu einem Interview. Sie stimmte sofort zu, „denn diese Missstände müssen aufhören″. Zum Interviewtermin kam sie mit einer weiteren Pflegekraft, die ebenfalls ausgebildete_r Altenpfleger_in ist und im Candis arbeitete. Beide haben vor kurzem das Heim verlassen. weiterlesen „Es ist noch schlimmer″ – Pflegekräfte fordern Schließung des Seniorenheims Candis

Workshop: Direct Action Training

Du findest, in der Welt läuft einiges verkehrt? Und fühlst Dich ohnmächtig, weil Du oft nicht weißt, wie das Bessere gelingen oder durchgesetzt werden kann? Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen in Zwangsanstalten, Diskriminierung und Ausbeutung – so vieles passiert täglich, aber kaum etwas hilft dagegen? Dann hilft dieses Direct-Action-Training. weiterlesen Workshop: Direct Action Training